
Rastlosigkeit und Aufbruch
Die Dichterin Hedwig Lachmann wurde in Krumbach begraben
Katrin Klose liest Hedwig Lachmann: In die Ferne
Katrin Klose: In die Ferne (Hedwig Lachmann)
Die Mondessichel mit dem Abendstern …
-Die Mondsichel mit dem Abendstern
An dunkler Himmelswölbung tief und fern –
Das Leben am Gestade, wo ihr treibt,
Fliesst sachter, bis nur ein Erinnern bleibt.
Seefahrer ihr, an Bord der Mitternacht,
Vor Anker nun auf eurer Wanderwacht!
Seefahrer um den Pol der Ewigkeit
Im Kreis von Dunkelheit zu Dunkelheit!
Schweben: Im Gespräch mit Katrin Klose
Also ich habe das Gedicht …
… von Hedwig Lachmann ausgewählt, weil mich daran dieses Rastlose angesprochen hat. Also dieses „In die Ferne“, dieses Fernweh. Die Seefahrer, die kreisen um den Pool der Ewigkeit und die irgendwie nie zur Ruhe kommen und immer in Bewegung sind, immer unterwegs. Und das ist irgendwie so ein Gegensatz zwischen diesem Fernweh und dem Heimweh, zwischen der Ferne und der Heimat, das mich irgendwie anspricht. Oder dieses dieses Zerrissensein, das kenne ich auch. Also dieses Schweben zwischen Heimweh und Fernweh.
Narine Khachatryan: Paradiesvogel (Jean Paul)
Finde ihr den Trost nicht in der Nähe …
so erhebt euch und sucht ihn immer höher;
der Paradiesvogel flieht aus dem hohen Sturm,
der sein Gefieder packt und überwältigt,
bloß höher hinauf, wo keiner ist
Jean Paul gelesen von Sarah aus dem via-nova-chor München: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe
Rastlosigkeit: Gespräch mit Hanka
Ich habe vor ein paar Jahren mal ausgerechnet …
dass ich in meinem Leben tatsächlich durchschnittlich alle zwei Jahre umgezogen bin. Und das hat den Vorteil, dass mich das nicht abschreckt, dass ich mich sehr. Schnell irgendwo
zu Hause fühlen kann, wohlfühlen kann auch. Und bin irgendwie auch immer offen für solche Sachen, das ist ganz schön. Auf der anderen Seite merke ich, dass ich dann nach ein paar Jahren auch immer so eine Rastlosigkeit entwickle und vielleicht auch was neues brauche.
Aber d.h. auch, dass Heimat für mich gar nicht so sehr vom Wohnort abhängt, sondern eher so ein inneres Gefühl und auch von den Leuten abhängt, die um mich rum sind. Ja, dass ich mich sehr schnell wohl heimisch fühlen kann und das irgendwie selbst schaffe, das für mich zu kreieren.
Tobias Hänschke: Der Gast (Maria Janitschek)
In meiner Kammer
wo die Sonne es sieht,
Sitzt im weißen Kleide
mein jüngstes Lied.
Sitzt da und lächelt:
nun diene mir,
bin deshalb kommen
so schön zu dir.
Ich aber knie
ganz stumm mich hin,
mir ist, als ob ich
im Himmel bin.
Maria Janitschek gelesen von Frank aus dem via-nova-chor München: Der Gast
Die Welt entdecken: Gespräch mit Mira
Wenn man auf einem Schiff ist, …
kann man die Welt entdecken und man hat die Heimat immer dabei. Egal, auf welche Abenteuer man sich begibt, man hat die Base immer da und kommt immer zu etwas Vertrautem zurück. Und hat seine Sicherheit und sein Wohlgefühl mit dabei und kann von dort aus in die Welt blicken. Sehr spannend ist, wenn man lange auf See ist und ich glaube, dass haben viele, die über die Jahrhunderte in der Seefahrt für sich entdeckt, dass man sich auf der einen Seite total nach dem Land sehnt und nach der Heimat am Land mit der Familie. Und dann ist man zu Hause und stellt fest, in die Ferne da muss es eigentlich hingehen für mich. Das war für mich auch so zwischendurch dieses Gefühl von das Unterwegssein, kann auch die Heimat sein.
Henrik Ajax: In die Ferne (Hedwig Lachmann)
Die Mondessichel mit dem Abendstern …
-Die Mondsichel mit dem Abendstern
An dunkler Himmelswölbung tief und fern –
Das Leben am Gestade, wo ihr treibt,
Fliesst sachter, bis nur ein Erinnern bleibt.
Seefahrer ihr, an Bord der Mitternacht,
Vor Anker nun auf eurer Wanderwacht!
Seefahrer um den Pol der Ewigkeit
Im Kreis von Dunkelheit zu Dunkelheit!
via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke
Soli:
Katrin Klose: In die Ferne
Antonia Vogelmann, Heidrun Lipp, Christoph Ciesla, Sebastian Schüle
Narine Khachatryan: Paradiesvogel
Hanka Theisinger-Hartnack
Tobias Hänschke: Der Gast
Carmen Fiedler-Stahl, Mira Sabel
Henrik Ajax: In die Ferne
Mira Sabel
Moderation: Carmen Fiedler-Stahl


