Glocken der Kirche


Ein Geflecht aus positiven Erinnerungen

Der Komponist Marco Hertenstein lebt in München

Marco Hertenstein liest Emerenz Meier: Zwischen Wachen und Schlafen

Marco Hertenstein: Zwischen Wachen und Schlafen (Emerenz Meier)

Aus leichtem Traum war ich erwacht

Aus leichtem Traum war ich erwacht,
 Der Mondschein blickte nieder.
Die Burschen sangen durch die Nacht
 Die alten weichen Lieder.
Der nahe Wald barg rauschend sich
 In neblige Gewande –
Und wieder fand ich träumend mich
 Im stillen Schlummerlande.

Hedwig Lachmann gelesen von Marco Hertenstein: Ich sah einen hohen schwarzen Wald

Düfte und Gerüche: Gedanken von Marco Hertenstein

Meine Heimat

Meine Heimat … im Laufe der Jahre hat sich für mich die Definition von Heimat verändert. So war der Begriff der Kindheit zunächst noch eng mit dem Elternhaus und der näheren Umgebung verbunden. Ich höre die Glocken von der Kirche gegenüber, die Melodien und Rhythmen beim täglichen Musizieren, eine innige Umarmung, Düfte, Gerüche. All das war Teil dieser ersten Heimaterfahrung, aber auch Rituale wie ein gemeinsames Essen, Sport treiben, Meditation, die ich in dieser Kindheit kennenlernte, begleiten mich bis heute. Oft waren das Situationen, die mich im Herzen berührten und ein Heimatgefühl finden ließen. Als Jugendlicher löste sich der Begriff Heimat langsam von einem bestimmten Ort. Da wird ein Blickkontakt zum stillen Zuspruch oder einer Ermunterung, ein bewegendes Buch, ein gefühlvolles Musikstück oder ein spannender Film beschäftigen mich und gaben mir geistige Heimat, ebenso ein gelungenes Konzert, ein tolles Sportereignis mit einer anschließenden freundschaftlichen Runde fühlt sich an wie das, was früher Heimat war und ist mir bis heute wichtig.

Jean Paul gelesen von Sarah aus dem via-nova-chor München: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe

Lucia Birzer: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe (Jean Paul)

Findet ihr den Trost nicht in der Nähe

Findet ihr den Trost nicht in der Nähe:
so erhebt euch und sucht ihn immer höher;
der Paradiesvogel flieht aus dem hohen Sturm,
der sein Gefieder packt und überwältigt,
bloß höher hinauf, wo keiner ist

Nostalgisches Geflecht: Gedanken von Marco Hertenstein

Nun als Erwachsener da nimmt für mich das Kreieren

Nun als Erwachsener da nimmt für mich das Kreieren, also das Komponieren, in Gedanken versinken und Dinge erfinden, eine sehr wichtige Rolle ein. Auch das bewusste Erleben und genießen der Natur habe ich zu schätzen gelernt, sei es in den Bergen auf einem See oder am Meer und natürlich Zeit, mit Freunden, der Partnerin zu verbringen, miteinander verbunden sein das würde ich auch als Heimat bezeichnen. Eine ähnliche Verbundenheit erlebe ich übrigens oft bei Ensembles, Orchestern und Kö Individuen schaffen eine neue musikalische, aber auch emotionale Einheit und formen. Abermals ein Gefühl von Geborgenheit auch für das Publikum.
Nun, diese Ansammlung von Erlebnissen aus der Vergangenheit bilden für mich ein nostalgisches Geflecht aus positiven Erinnerungen. Heimat ist kein Stillstand, sondern ein Prozess aus den Begegnungen mit Menschen und auch die Wiederholung solcher Treffen für mich persönlich ist Heimat nicht mehr ortsgebunden so wie früher.
Heimat ist für mich nun vielmehr ein über die Jahre gewachsenes und bewusst gewordenes Gefühl von wohlwollender Verbundenheit Innere Zufriedenheit, echter Geborgenheit respektvollem Austausch und nicht zuletzt einfach Frieden. Gedanken von Marco Hertenstein.

Hubert Zaindl: Zwischen Wachen und Schlafen (Emerenz Meier)

Aus leichtem Traum war ich erwacht

Aus leichtem Traum war ich erwacht,
 Der Mondschein blickte nieder.
Die Burschen sangen durch die Nacht
 Die alten weichen Lieder.
Der nahe Wald barg rauschend sich
 In neblige Gewande –
Und wieder fand ich träumend mich
 Im stillen Schlummerlande.

via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke

Solo:

Lucia Birzer: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe
Simone Brückner

Moderation: Carmen Fiedler-Stahl