
Bayerische Matrosen und Blue Notes
Der Komponist Heinrich Hartl wurde in Erlangen geboren
Heinrich Hartl: Sie hat Rosen angezündet (Max Dauthendey)
Meine Liebste ist mit Lächeln
Meine Liebste ist mit Lächeln
Durch die Dornen hingegangen,
Und an allen wilden Dornen
Hat ein Blühen angefangen.
Sie hat Rosen angezündet,
Eine blieb am Rock mir hangen,
Und blieb dicht an meinem Herzen
Bang rot wie der Liebsten Wangen.
Geräusche: Gespräch mit Heinrich Hartl
Heimat hat auf jeden Fall etwas mit Musik zu tun …
Heimat hat auf jeden Fall etwas mit Musik zu tun, auch mit Natur, mit Geräuschen. Ich finde, jede Musik hat auch oder fast jede hat einen speziellen heimatlichen Aspekt. Also Heimat und Musik gehören schon zusammen. Jeder Landstich hat vielleicht seine spezielle Musik, seine speziellen Klänge, wie eben für mich beispielsweise die Bayerische Volksmusik, der Bayerische Dreigesang oder wie es früher noch war heute weniger, dass man auch spontan manchmal im Wirtshaus oder in der Kneipe singen kann. Und das dann sogar noch schön klingt und da kann sich auch ein gewisses Heimatgefühl darstellen. Oder wenn man denkt an dem Blues, das ist ja eigentlich ein reines Heimatgefühl, der Sklaven, der unterdrücken Menschen, die dadurch ihre Sehnsucht und ihr Lebensgefühl auf wunderbare Weise ausdrücken konnten.
In meiner Musik befinden sich auch Heimat. Es gibt beispielsweise viele Ansätze oder Einflüsse des Blues. Manchmal auch der atonalen Musik, die natürlich weniger mit Heimat zu tun. Aber wer in gewisse Beziehung doch, man spürt selbst bei Anton Webern das österreichische Idiom. Und diese Art von Heimat, die ist vielleicht sogar das, was die Musik ausmacht, was ein Geheimnis der Musik besonders darstellt.
Maria Janitschek gelesen von Frank aus dem via-nova-chor München: Der Gast
Tobias Hänschke: Der Gast (Maria Janitschek)
In meiner Kammer
In meiner Kammer,
wo die Sonne es sieht,
Sitzt im weißen Kleide
mein jüngstes Lied.
Sitzt da und lächelt:
nun diene mir,
bin deshalb kommen
so schön zu dir.
Ich aber knie
ganz stumm mich hin,
mir ist, als ob ich
im Himmel bin.
Schönheit des Einzeltons: Gespräch mit Heinrich Hartl
Also ich habe mal in der wilden Jugend eine Iran-Reise gemacht …
Also ich habe mal in der wilden Jugend eine Iran-Reise gemacht mit drei Freunden und das Besondere war eben diese verschiedenen Länder zu durchreisen mit dem VW-Bus und auch verschiedene Menschen kennenzulernen. In der Regel positive Begegnungen, aber es gab natürlich auch beispielsweise an der türkisch-iranischen Grenze, durften wir nur bei der Polizeiwache übernachten, weil das sonst zu gefährlich gewesen wäre. Aber die Menschen waren in der Regel eigentlich sehr, sehr aufgeschlossen und man hat auch sehr schöne, musikalische Erlebnisse gehabt. Ich kam noch erinnern, da war so ein alter Bauer, der hat so Lieder gesungen, das waren ja ich würde sagen fast Viertelton-Musik. Also das war für mich damals unerhörte Klänge. Und diese Mischung aus diesen unerhörten Klängen und andererseits unserer europäischen Disco-Musik, die es natürlich auch gab, da merkte man schon einen riesigen kulturellen Umbruch, der ja leider dann gescheitert ist aufgrund der Revolution. Ja, also die Erlebnisse haben insofern beeinflusst, dass ich mir klar war, dass unsere Musik, besonders die neue Musik überfrachtet ist, dass wir versuchen müssen, eine Reduktion der Musik darzustellen, um den Bedürfnissen der heutigen Zeit gerecht zu werden. Das heißt nämlich, wir leben ja auch in einer reizüberfluteten Gesellschaft und es ist doch eine gewisse Sehnsucht, auch bei mir nach, nach weniger. Vielleicht auch nach der Schönheit des Einzeltones. Und dies sollte zumindest in meiner Musik nie ganz verloren gehen.
Tomasz Skweres: In die Ferne (Hedwig Lachmann)
Die Mondessichel mit dem Abendstern
Die Mondessichel mit dem Abendstern
An dunkler Himmelswölbung tief und fern –
Das Leben am Gestade, wo ihr treibt,
Fliesst sachter, bis nur ein Erinnern bleibt.
Seefahrer ihr, an Bord der Mitternacht,
Vor Anker nun auf eurer Wanderwacht!
Seefahrer um den Pol der Ewigkeit
Im Kreis von Dunkelheit zu Dunkelheit!
Bayerische Matrosen: Gespräch mit Heinrich Hartl
Vielleicht ist Liebe in der Heimat schöner …
Vielleicht ist Liebe in der Heimat schöner, intensiver, aber vielleicht braucht die Liebe auch das Neue, das Unbekannte, dass das einfach einen besonderen Reiz der Liebe ausmacht und das Heimatliche kennt man ja, das muss man schon auch sehen, das haben wir glaube ich jetzt ganz vergessen, das ganz wichtig ist als Gegensatz zur Heimat die Fremde, Heimat kann ja sehr eng sein und dann zieht es allen auch in die Fremde. Es ist ja zum Beispiel interessant, dass in den Schiffen früher waren sehr viele Matrosen und die kamen aus Bayern, weil die immer raus mussten, weil das zu eng ist.
Max Dauthendey gelesen von Jella aus dem via-nova-chor München: Sie hat Rosen angezündet
Ines Lütge: Sie hat Rosen angezündet (Max Dauthendey)
Meine Liebste ist mit Lächeln
Meine Liebste ist mit Lächeln
Durch die Dornen hingegangen,
Und an allen wilden Dornen
Hat ein Blühen angefangen.
Sie hat Rosen angezündet,
Eine blieb am Rock mir hangen,
Und blieb dicht an meinem Herzen
Bang rot wie der Liebsten Wangen.
via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke
Soli:
Tobias Hänschke: Der Gast
Carmen Fiedler-Stahl, Mira Sabel
Thomas Sweres: In die Ferne:
Simone Brückner, Mira Sabel, Holger Haushahn
Moderation: Carmen Fiedler-Stahl


