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Orte mit Geschichte

Lehrer im Bayerischen Wald

Matthias Schaff: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe (Jean Paul)

Findet ihr den Trost nicht in der Nähe

Findet ihr den Trost nicht in der Nähe:
so erhebt euch und sucht ihn immer höher;
der Paradiesvogel flieht aus dem hohen Sturm,
der sein Gefieder packt und überwältigt,
bloß höher hinauf, wo keiner ist

Jean Paul gelesen von Sarah aus dem via-nova-chor München: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe

Ehemalige Schüler als Kollegen: Gespräch mit den Mitgliedern des Vereins Born in Schiefweg

Ich bin 1976 hierher versetzt worden als Lehrer …

Ich bin 1976 hierher versetzt worden als Lehrer und für mich gehörn scho zwei Dinge zum Begriff Heimat, nämlich die Landschaft und die Leute und die Leute da in der Gegend san scho was besonders, also ich habe vorher nie diese Heimatverbundenheit kennengelernt wie es da ist. Also viele meiner ehemaligen Schüler, die sind jetzt sind noch im Studium wieder zurückgekehrt und ich war in Freyung am Gymnasium tätig als Physiklerer und ja, am Schluss hatte ich acht ehemalige Schüler als Kollegen. Ich fand es unheimlich schön, muss ich ehrlich sagen und das ist so ein Zusammengehörigkeitsgefühl und das kenn ich eigentlich nur aus dem Bayerwald.

Hedwig Lachmann gelesen von Katrin Klose: In die Ferne

Henrik Ajax: In die Ferne (Hedwig Lachmann)

Die Mondessichel mit dem Abendstern

Die Mondessichel mit dem Abendstern
An dunkler Himmelswölbung tief und fern –
Das Leben am Gestade, wo ihr treibt,
Fliesst sachter, bis nur ein Erinnern bleibt.
Seefahrer ihr, an Bord der Mitternacht,
Vor Anker nun auf eurer Wanderwacht!
Seefahrer um den Pol der Ewigkeit
Im Kreis von Dunkelheit zu Dunkelheit!

Am Ort der Familiengeschichte: Gespräch mit den Mitgliedern des Vereins Born in Schiefweg

Mein Vater stammt bei Heidelberg her

Mein Vater stammt bei Heidelberg her und ich bin halt hier als Lehrer hergekommen und das heißt mein Ruf, der ist glaube ich jetzt nicht schlecht, aber den habe ich mir halt verdient, ja, weil ich, weil ihr halt kein Mist bau. Und ich war jetzt letztes Jahr mal dort, wo mein Großvater halt geboren ist, ein Gau Angeloch, das ist ein kleines Kaff und da habe ich einfach mal dahingeschaut, wo mein Großvater herstammt. Ich war das selber 1980 mal kurz durchgefahren und da habe ich halt so zwei, drei ältere Herren da am Bauernhof gesehen, die haben irgendwie so einen Bulldog zerlegt und dann habe ich gefragt, hat hier der Filzinger gewohnt und dann sind sie alle drei, haben sie aufgehört, haben den anderen noch hergerufen, ja der Filzinger, den kemmer noch, wie der immer mit seine Töchter, nach dem Krieg dazu von Wiesloch übergegangen ist und dann habe ich drei Stunden lang mit den geredet, also das habe ich natürlich hier nie, weil meine Geschichte ist die, die ich halt selber produziert habe, aber jetzt nicht so die Familiengeschichte und das war für mich schon so sehr berührend, dass ich da in Gau Angeloch, dort, wo ich noch nie war, einfach nur den Namen ausspreche – Filzinger – und dann bleiben die drei Stunden da und holen Fotos und wieder früher die Höfe waren und wer das dann vererbt hat und wo der ursprünglich Hof war und dann bin ich halt auch noch zu dem ursprünglichen Haus und das war eigentlich eine Bäckerei und es wurde wohl vor zwei Jahren verkauft und das hat ein junger Mann irgendwie ausgebaut für seine Familie und dann habe ich da halt also ein bisserl um die Ecke geschaut, weil der so in seine Werkstatt war und dann habe er gesagt, mei‘ seine Tochter schläft jetzt gerade ein, aber ansonsten würde es so gern das Haus mir zeigen, ja, weil da sind halt meine Familienwurzeln, ja und da merke ich dann schon, dass sowas, wenn ihr hier jetzt alle in dieser Gegend geblieben seid, wo auch eure Generationen vor euch waren, bin ich schon ein bisschen neidisch weil das natürlich, das ist schon umfassender, wenn einfach über zwei, drei Generationen schon bekannt ist, wer wie wo was gelebt hat und was passiert ist.

Marco Hertenstein: Zwischen Wachen und Schlafen (Emerenz Meier)

Aus leichtem Traum war ich erwacht

Aus leichtem Traum war ich erwacht,
 Der Mondschein blickte nieder.
Die Burschen sangen durch die Nacht
 Die alten weichen Lieder.
Der nahe Wald barg rauschend sich
 In neblige Gewande –
Und wieder fand ich träumend mich
 Im stillen Schlummerlande.

Hedwig Lachmann gelesen von Marco Hertenstein: Ich sah einen hohen schwarzen Wald

via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke

Soli:
Matthias Schaff: Findet ihr den Trost nicht in der Nähe
Allison Jones

Henrik Ajax: In die Ferne
Mira Sabel

Moderation: Carmen Fiedler-Stahl