
Von Chicago nach Würzburg
Von Chicago nach Würzburg
Hubert Zaindl: Zwischen Wachen und Schlafen (Emerenz Meier)
Aus leichtem Traum war ich erwacht …
Aus leichtem Traum war ich erwacht,
Der Mondschein blickte nieder.
Die Burschen sangen durch die Nacht
Die alten weichen Lieder.
Der nahe Wald barg rauschend sich
In neblige Gewande –
Und wieder fand ich träumend mich
Im stillen Schlummerlande.
Sigi Glas aus Schiefweg liest Emerenz Meier: Zwischen Wachen und Schlafen
Home ist nicht Heimat: Gespräch mit Andrea Marie Baiocchi
Die Frage finde ich hoch interessant …
Die Frage finde ich hoch interessant, weil ich habe dann angefangen, Freundinnen zu fragen: Was heißt Heimat? Und es gab so viel unterschiedliche Antworten, weil für mich ist es nicht muttersprachbar. Ich habe einiges gefragt, also was heißt Heimat in Englisch, also Home ist nicht das gleiche als Heimat und das finde ich sehr spannend und grundsätzlich diese Frage, es ist so privilegiert wir haben die Freiheit, um diese Frage zu stellen, es gibt so viele Menschen, die nicht in ihr Heimat sein dürfen. Das ist irgendwie ein großer Teil von meiner
Antwort, was ist Heimat für mich, um nicht zu vergessen, wie viele Leute keine Heimat haben. Es ist schon ein Privileg, die Frage überhaupt zu stellen.
Und es kam verschiedene Antworten von Leuten, was ich auch sehr schön fand. Also einer meinte, es ist eigentlich ein Gefühl. Und das finde ich ganz schön, wenn dann es ist kein Ort eigentlich, es sind so Menschen oder Sachen, was triggern, Gefühle und uns, was für uns ein Zuhause ist oder eine Heimat ist. Weil für mich, ich fühl mich heimatlos.
Lutz Landwehr von Pragenau: Nachts im Wald (Christian Morgenstern)
Bist du nie des Nachts durch Wald gegangen …
Bist du nie des nachts durch Wald gegangen,
wo du deinen eignen Fuss nicht sahst?
Doch ein Wissen überwand dein Bangen:
Dich führt der Weg.
Hält dich Leid und Trübsal nie umfangen,
dass du zitterst, welchem Ziel du nahst?
Doch ein Wissen übermannt dein Bangen:
Dich führt dein Weg.
Lutz Landwehr von Pragenau liest Christian Morgenstern: Nachts im Wald
Faltstühle: Gespräch mit Andrea Marie Baiocchi
Ich lebe seit über 20 Jahren in Deutschland …
Ich lebe seit über 20 Jahren in Deutschland, ohne Familie. Und wenn man auswandert, ist dieses Zuhause nie wieder das Gleiche, was man damals hatte. Aber man fühlt sich nie wirklich zu Hause, wo man wohnt. Und ich glaube, es gilt jeder, der einfach von seiner eigenen Stadt auswandert, wenn man zurück kommt, man sieht es einfach anders.
Und diese Frage, was ist es dann? Meine Heimat ist in Chicago. Aber meine Heimat ist nicht Chicago. Es ist so spannend! Auch was aufgefallen ist, dass man kritisch ist, wenn man weg von der Heimat kommt. Man kann dann alles mehr kritisch sehen. Wenn ich an Chicago denke, also meine eigentliche Heimat. Wir reden später von Wahlheimat.
Ich denke von sehr eigenartige Dinge. Zum Beispiel: Diese Kirche, wo ich aufgewachsen bin, die Faltstühle. Und dieses kalte Gebäude, also es ist nichts, was man hier in Europa hat. Weil wir eigentlich nichts da hatten, was so alt ist. Und diese Faltstühle, das ist so Teil, meines Heimatgefühls irgendwie. Oder der Wind, der Wind in Chicago, ist immer noch in meinen Knochen drin.
Hanna aus dem via-nova-chor München liest Maria Janitschek: Woher
Alexander Strauch: Woher (Maria Janitschek)
Tiefblau der Himmel …
Tiefblau der Himmel,
hell glänzt der Firn,
da fällt ein Tropfen
auf meine Stirn.
Ich wend mich um
und spähe, spähe ...
nicht Wolken, nicht Menschen
in meiner Nähe.
Du schöner Himmel,
von Glanz umtoben,
sag, weinen denn
die auch dort oben?
Moderation: Carmen Fiedler-Stahl
via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke
Moderation: Carmen Fiedler Stahl


