Ein Zuhause in mir


Sich gehört fühlen

Die Komponistin Elisabeth Fußeder ist in Freising aufgewachsen

Elisabeth Fußeder liest Emerenz Meier: Ich sah einen hohen schwarzen Wald

Elisabeth Fußeder: Ich sah einen hohen, schwarzen Wald (Emerenz Meier)

Ich sah einen hohen, schwarzen Wald

Ich sah einen hohen, schwarzen Wald,
Die Nacht darüber. – Kein Sternlein strahlt.
Durch wildgerissene Wolken nur
Dämmert des Mondes rote Spur. –
Unheimlich ist’s, so verlassen sein,
Kein‘ Heimat haben, kein Mütterlein,
Weitum im All keine Lieb‘, kein Brot –
Aus dunklem Gebüsch ragt der Tod.

Bayerischer Einschlag: Gedanken von Elisabeth Fußeder

Was Heimat haben für mich bedeutet …

Was Heimat haben für mich bedeutet, finde ich schwer zu sagen. Als ich frisch von zu Hause ausgezogen war habe ich mich immer ein bisschen zu Hause gefühlt, wenn ich in jemanden Sprache einen bayrischen Einschlag vernommen hab. Das hat sich aber mittlerweile eigentlich total verlaufen und ich lebe jetzt seit vielen Jahren in einer anderen Stadt außerhalb von Bayern die ich sehr sehr gerne mag und kann aber trotzdem nicht sagen ob das mittlerweile meine Heimat geworden ist oder ob das noch meine Herkunftsstadt ist.

Katrin Klose: In die Ferne (Hedwig Lachmann)

Die Mondessichel mit dem Abendstern

Die Mondessichel mit dem Abendstern
An dunkler Himmelswölbung tief und fern –
Das Leben am Gestade, wo ihr treibt,
Fliesst sachter, bis nur ein Erinnern bleibt.
Seefahrer ihr, an Bord der Mitternacht,
Vor Anker nun auf eurer Wanderwacht!
Seefahrer um den Pol der Ewigkeit
Im Kreis von Dunkelheit zu Dunkelheit!
Hält dich Leid und Trübsal nie umfangen,
dass du zitterst, welchem Ziel du nahst?
Doch ein Wissen übermannt dein Bangen:
Dich führt dein Weg.

Auf Augenhöhe: Gedanken von Elisabeth Fußeder

Letztes Jahr habe ich einen Erasmus Aufenthalt gemacht in Helsinki

Letztes Jahr habe ich einen Erasmus Aufenthalt gemacht in Helsinki und natürlich kannte ich am Anfang erst mal keinen Menschen dort und die Sprache war mir ganz neu. Ich hab mich aber dennoch nicht einsam gefühlt und mir kam der Gedanke, dass ich vielleicht in mir selbst auch eine Art von kleinem Zuhause habe .
Ich denke aber ein Ort steht und fällt mit den Menschen, auf die man dort trifft und um etwas wirklich mein Zuhause nennen zu können, brauche ich einen Kreis von Menschen um mich herum, mit denen ich mich auf Augenhöhe austauschen kann, mit denen ich Sorgen, Wünsche, Ängste teilen kann und bei denen ich mich gehört fühle.

Klaus Hinrich Stahmer: Nachts im Wald (Christian Morgenstern)

Bist du nie des nachts durch Wald gegangen

Bist du nie des nachts durch Wald gegangen,
wo du deinen eignen Fuss nicht sahst?
Doch ein Wissen überwand dein Bangen:
Dich führt der Weg.

Christian Morgenstern gelesen von Lutz Landwehr von Pragenau: Nachts im Wald

via-nova-chor München
Leitung: Kerstin Behnke

Soli:

Elisabeth Fußeder: Ich sah einen hohen schwarzen Wald
Carmen Fiedler-Stahl, Paul Sabel, Charlotte Deppe (Sprecherin), Christoph Ciesla (Sprecher)

Klaus Hinrich Stahmer: Zuversicht
Carmen Fiedler-Stahl

Katrin Klose: In die Ferne
Antonia Vogelmann, Heidrun Lipp, Christoph Ciesla, Sebastian Schüle

Moderation: Carmen Fiedler-Stahl